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Verfilmungen von Videospielen, auf die wir alle warten (oder auch nicht ganz)

Category: Filmartikel


iele versuchen immer noch, sich von dem Trailer von „Sonic“ zu erholen, in dem etwas Blaues den berühmten Igel darstellt. Videospiele hatten noch nie wirklich Glück mit Verfilmungen – man soll sich an den schrecklichen „Assassin's Creed“ oder an den frischen „Doom: Die Vernichtung“ erinnern. Wir haben uns überlegt, welche Adaptionen auf uns in der nächsten Zeit warten und ob man in sie große Hoffnungen legen soll. 



Tomb Raider 2


Niemand wollte auch den ersten Film haben – und 2021 werden wir schon mit dem zweiten „erfreut“. Zu ihrer Rolle kommt Alicia Vikander zurück, die die Gestalt vom aufbrausenden Rührmichnichtan zur klassischen Gestalt von Lara mit zwei Pistolen und mit dem Zopf wechselt. Das wird den Film aber wohl kaum vor dem Fiasko retten: Die Filmemacher verstehen offenbar nicht, was Tomb Raider so einzigartig gemacht hat. Und zwar die Atmosphäre eines reinen verrückten Abenteuers, wo man sowohl mit Mumien, als auch mit Dinosauriern, als auch mit den Einwohnern der Atlantis konfrontiert wird. Uns wird aber aus irgendeinem Grund der Pseudorealismus und eine angeblich tiefgründige Durcharbeitung der Hauptfigur aufgedrängt, obwohl es eigentlich eine Nachahmung von „Indiana Jones“ ist – nur viel weniger spannend und erheiternd.


Halo


Der abendfüllende Film nach dem wichtigsten Spiel von Microsoft wurde noch Anfang der 2010er eingeplant. Die Idee eines groß angelegten galaktischen Kriegs zwischen den Menschen und den Covenants sollte schon lange als ein Hollywood-Kassenschlager umgesetzt werden, aber die Produzenten fingen an, sich über die aggressive und unwissende Politik von Microsoft zu beschweren, die das Unmögliche forderten. Mal wollten sie ein neues Drehbuch, mal einen neuen Regisseur, mal ein größeres, mal ein kleineres Budget – letztendlich ist das Projekt einfach abgestorben. Jahre später hat der Sender Showtime es wieder aufgegriffen und beschloss, es in eine groß angelegte mehrteilige Weltalloper zu verwandeln. Für die Hauptrolle wurde Pablo Schreiber ausgesucht, der für seine Rollen von George Mendez aus „Orange Is the New Black“ und von Mad Sweeney aus „American Gods“ berühmt ist. Die Autoren versprechen ihre eigenen „Game of Thrones“, „allerdings ohne Inzest“. Die Dreharbeiten fangen demnächst an, deshalb muss man auf das Debüt von Master Chief nicht mehr lange warten.

Uncharted


Der Film nach dem Abenteuer-Franchise von Naughty Dog muss theoretisch die Nische einnehmen, welche die Autoren des Films Tomb Raider auch besetzen wollen. Auf dem Weg von den beiden Mitbewerbern steht aber ein gemeinsames Problem: Filme über Schatzjäger sind als Genre aus dem Gebrauch gekommen und sind zum Ziel für Parodien geworden: Man soll sich an „Jumanji: Willkommen im Dschungel“ oder an den neuen Film „Dora und die goldene Stadt“ erinnern. 


Nur ein charismatischer Protagonist kann den Film vor dem Fiasko retten, und hier ist „Uncharted“ im eindeutigen Vorteil. Den exzentrischen Nathan Drake spielt der talentierte Tom Holland – nicht nur der beste Spiderman in der Filmgeschichte, sondern auch einfach ein sehr guter Schauspieler. Es gibt noch Hoffnung, dass wir einen guten Abenteueractionfilm bekommen. Wenn die Autoren es natürlich schaffen, ihn aus der Produktionshölle herausziehen, wo er sich schon seit einigen Jahren befindet…

Call of Duty


Das genaue Erscheinungsdatum von „Call of Duty“ ist noch nicht bekannt, und wir werden es wohl kaum in der nächsten Zeit erfahren. Wenn die Produzenten beschließen, einen Film über die Gegenwart zu drehen, müssen sie sich auch eine aktuelle Handlung aussuchen, was recht schwierig sein wird. Es wird mit Sicherheit etwas im Sinne von patriotischen Actionfilmen von Michael Bay mit wehenden Flaggen auf dem halben Bildschirm, mit Soldaten, die wie Models aussehen und saftigen Szenen mit Militärtechnik sein. Als Regisseur wurde Stefano Sollima beauftragt, der durch den Film „All Cops Are Bastards“ berühmt wurde.


Duke Nukem

Es gibt noch ganz wenige Informationen über den Film, aber die Vorlage für einen hervorragenden ironischen Actionfilm ist schon da: Der politisch unkorrekte sexistische grobe Kerl Duke gerät in die moderne tolerante Welt, die mit Nächstenliebe gefüllt ist und für den aufgepumpten blonden Mann nicht bereit ist. Wer kann aber sonst die Welt vor plötzlich geplatzen Eindringlingen retten? 
Für die Rolle des „Duke Nukem“ will man den berühmten Wrestler John Cena einladen – ein fast idealer Kandidat, zumindest äußerlich. Noch hat der Film weder ein Drehbuch noch einen Regisseur, aber wenn alles gut geht, können wir etwas im Stil von „Deadpool“ zu sehen bekommen – einen blutrünstigen Actionfilm mit einem schmutzigen Humor und einer Verspottung von Filmklischees. Wir hoffen, dass man auf den Film nicht noch dreizehn Jahre warten muss.

Minecraft


Darauf wird man wahrscheinlich am längsten warten müssen! Die Veröffentlichung des Films (wir nehmen an, dass es ein Animationsfilm sein wird) wird für 2022 eingeplant – zu diesem Zeitpunkt werden Verfilmungen von Videospielen entweder endgültig zu einer Lachnummer werden oder sie erreichen ein ganz neues Niveau. Die Idee an sich, Minecraft auf die Großleinwand zu übertragen, ist einfach perfekt: Es kann eine Mischung aus Parodien gleichzeitig auf alles im Sinne von „The Lego Movie“ werden. Oder auch ein schwermütiges Märchen für Vorschulkinder. 
Die Hoffnung auf etwas Besseres gibt es doch schon, denn als Drehbuchautoren treten der Autor des Spiels Markus Persson und die für den Oscar nominierte Allison Schroeder auf: Genau sie hat das Drehbuch zum Film „Christopher Robin“ geschrieben, der die Fiktion mit der Realität hervorragend kombinierte.



Gears of War


Man will glauben, dass „Gears of War“ besser sein wird als der in gewissen Kreisen kultige „Warcraft“. Wenn mit dem Epos von Blizzard die Schwierigkeit darin bestand, dass die Autoren versucht haben, die vielen Ereignisse in zwei Stunden zu fassen, wird es mit „Gears of War“ alles viel einfacher sein: Die Handlung war noch nie die starke Seite der Serie. Man muss nur die Atmosphäre der richtigen Knochenmühle wiedergeben, und in Spezialeffekten ist Hollywood ein richtiger Meister. 
Noch befindet sich das Projekt im Entwicklungsstadium: In den Film wurden die Autoren der neuen Avatars, die Franchises „Fluch der Karibik“ und der Drehbuchautor vom ungeschehenen Hollywoodfilm nach „Metro 2033“ involviert. Wir hoffen, dass die Produzenten die flehentlichen Bitten von Dave Bautista hören und ihn für die Rolle von Marcus Fenix einladen. Aus unserer Sicht passt er für diese Rolle wie niemand sonst! 

Monster Hunter


Von diesem Projekt erwarten wir sicher nichts Gutes. Fangen wir damit an, dass er von Paul Anderson gedreht wird – nicht von Thomas, sondern von Paul W. S. Anderson, dem Regisseur des ersten Films nach „Mortal Kombat“ und der meisten Teile von „Resident Evil“. Wenn „Mortal Kombat“ und der erste Teil von „Resident Evil“ auf ihre eigene Weise gut waren und die Atmosphäre der originalen Spiele mehr oder weniger wiedergegeben haben, hat Anderson später viel Mist gebaut. Zum sechsten Teil ist das Zombie-Franchise unter seiner Leitung zum minderwertigen Trash geworden. 
Nach dem ersten Produkt von Capcom nimmt der Regisseur das nächste in die Hand… Und steckt seine Frau Milla Jovovich wieder in die Verfilmung hinein, die in den letzten zehn Jahren in keinem einzigen guten Film mitspielte. Natürlich gibt die Anwesenheit des Kampfkunstmeisters Tony Jaa eine schwache Hoffnung auf eine ordentliche Action, aber die Aufnahmen vom Drehort lassen es auch nicht wirklich glauben.

Five Nights at Freddy's


Der wichtigste Horror-Produzent der Moderne Jason Blum, der die Karriere von M. Night Shyamalan rehabilitierte und viel Übung mit billigen, aber effektvollen Horrorfilmen hat, beschloss, noch einen ausgezeichneten Regisseur zurückzuholen, nämlich Chris Columbus. Wir möchten erinnern, dass dieser zwei Teile von „Kevin – Allein zu Haus“ und die ersten zwei Filme über Harry Potter drehte und dann nach einer Reihe von misslungenen Projekten verschwunden ist. Seine Hand am Drehbuch hat der Autor des Originaluniversums Scott Cawthon im Spiel, und als Monster beschloss man, nicht die verkleideten Schauspieler oder CGI zu benutzen, sondern vollwertige Animatronic-Roboter. Der Film wird kaum in der nächsten Zukunft erscheinen – der Projektplan von Blum ist für mehrere Jahre im Voraus festgelegt. Wir passen aber trotzdem gut auf: Es ist wirklich sehr spannend zu erfahren, wie der gute Märchenerzähler Columbus, der mit Horrorn nur durch das Drehbuch von „Gremlins“ verbunden ist, mit einem vollwertigen Horrorfilm klarkommen wird.


Mortal Kombat


Laut Kalender erwartet uns im Jahre 2021 ein Sturm von Verfilmungen von Videospielen – unter vielen anderen wird auch der Neustart des wahrscheinlich erfolgreichsten und besten davon sein. Die Darsteller wurden perfekt ausgewählt: Für die Rolle von Scorpion lud man den begabten dramatischen Schauspieler Hiroyuki Sanada ein, die Rolle von Raiden wird der Träger von vielen Auszeichnungen diverser Filmfestivals Tadanobu Asano übernehmen, und die Rolle von Sub-Zero wird Joe Taslim spielen, der Star von blutigen indonesischen Actionfilmen („The Raid“, „The Night Comes for Us“). 
Was kann das Fest versauen? Mindestens das, das für das Drehbuch der Anfänger Greg Russo verantwortlich ist, obwohl er unter der strengen Aufsicht von Ed Boon arbeitet. Der Regisseur Simon McQuoid ist auch ein Debütant im großen Kino, der bisher nur Werbespots für große Labels drehte. Natürlich hat beinahe die Hälfte der Hollywood-Regisseure mit Werbung angefangen, aber kaum jemand von ihnen durfte gleich einen Kassenschlager nach den Motiven der Kultserie drehen.

Splinter Cell


Es ist wahrscheinlich das fragwürdigste Projekt derzeit, obwohl die Hauptrolle von dem öffentlich beliebten Tom Hardy gespielt wird. Erstens schwebt diese Verfilmung bereits seit sieben Jahren in der Produktionshölle. Zweitens wird sie mit dem Ziel der Altersfreigabe PG-13 entwickelt. Drittens brillierte der Produzent des Films Basil Iwanyk beim letzten Gespräch mit Journalisten über das Schicksal des Films mit seinem Wissen, indem er Splinter Cell als Ego-Shooter bezeichnete. Außerdem versprach er, dass sich der Film nicht wie die Verfilmung des Spiels anfühlen wird, sondern wie ein „Actionfilm mit Tom Hardy“. So etwas haben wir bereits irgendwo gesehen…

Ach ja, in der Adaptation von Hitman, und dabei schon zweimal. Was soll man aber machen, wenn die Filmchefs sich davor scheuen, den Zuschauer mit ständigen Verstecken und Verkleidungen anzustrengen? Wenn sich das Projekt aus der Produktionshölle auch herausarbeitet, wartet auf uns wahrscheinlich der nächste Actionfilm über den mächtigen Superhelden, der fähig ist, alleine alle Terroristen auf der Welt zusammenzuschlagen. Wenn man viel Glück hat, dann wird er auch dabei einmal das Nachtsichtgerät aufsetzen. 


Tetris


Und dieses Projekt darf den Titel des Merkwürdigsten tragen. Die Verfilmung von „Tetris“ (!) wurde als ein Science-Fiction-Thriller (!!) angekündigt und als erster Teil der Trilogie. Dazu nochmit einem Budgetvon $80 Millionen.Als Produzent des Films tritt Lawrence Kasanoff auf, der an dem Film „True Lies – Wahre Lügen“ von James Cameron, an den Filmen von Kathryn Bigelow und an allen Teilen von „Mortal Kombat“ arbeitete, inklusive des ganz neuen. Solch eine Kombination löst keine Zweifel aus, dass uns etwas wenn nicht bombastisches, dann aber mit Sicherheit etwas äußerst Ungewöhnliches erwartet. Das ist doch „Tetris“ und nicht so etwas wie „Assassin’s Creed“!


Metal Gear Solid


Noch eine Verfilmung, die ganz bestimmt unter den bärenhaften Hollywood-Ambitionen leiden wird. Der originale Titel war immer eine verrückte Mischung der Filme über James Bond und John Rambo, multipliziert mit allen Verschwörungstheorien zusammen. All das, verfeinert mit japanischem Pathos und der genialen Metaironie von Hideo Kojima, hat man in den Videospielen perfekt angenommen. Genau so wie die Bedingtheiten in der Art von Pappschachteln, wo man sich vor dem Gegner verstecken kann. Versuchen Sie jetzt, sich etwas Ähnliches auf der Großleinwand vorzustellen. Und die Präsenz des Drehbuchautors von „Jurassic Park“ Derek Connolly und des Regisseurs von „Kong: Skull Island“ Jordan Vogt-Roberts flößt gar keinen Optimismus ein. Man will hoffen, dass die Sage über Agenten und Outsider, die im Krieg verletzt wurden, nicht in einen Kassenknüller über Snake verwandelt wird, der mit einem Messerstich die Peace Walker einen nach dem anderen außer Gefecht setzt…

The Division


Wie in dem Fall mit der Verfilmung von „Call of Duty“ wird von den Autoren nur verlangt, sich irgendeine vernünftige Handlung im angebotenen Setting „Dark Winter“ einfallen zu lassen, coole Schießereien zu drehen und die Logik nicht untergehen zu lassen. Wenn alles gut geht, bekommen wir einen durchaus anständigen Actionfilm der Kategorie B im Sinne von „Olympus Has Fallen – Die Welt in Gefahr“, dabei mit Jake Gyllenhaal und Jessica Chastain, die nicht nur die Hauptrollen spielen, sondern auch Produzenten sind. Wichtig ist nur, dass die Autoren keine künstliche Dramatik dort hiheinstecken, sonst wird der Film sofort zur Hanstwursterei. Zum Glück hat man David Leitch engagiert, den Regisseur von „John Wick“, deshalb müssen sich die Hoffnungen auf einen normalen Popcorn-Film bewahrheiten. 


Wir haben mit Sicherheit etwas verpasst, denn in letzter Zeit kündigen die Hollywood-Produzenten neue Verfilmungen so gut wie jede Woche an. Solange muss man nur stimmungsvoll hoffen, dass einer der oben erwähnten Filme ein wirklich würdiger Film sein wird.