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10 verhängnisvolle Comicverfilmungen vom Studio Marvel

Category: Filmartikel


Heutzutage hat Marvel Studios einen recht verdienten Ruf eines Huhns, das goldene Eier legt. Milliarden von Einspielergebnissen, hohe Bewertungen von Kritikern, die Liebe der Zuschauer - kurz und gut funktioniert die Maschine, die vor elf Jahren von Kevin Feige gestartet wurde, fast reibungslos. Das neuerliche Fiasko von „X-Men: Dark Phoenix“ erinnerte uns aber daran, dass nicht alles Gold, was Comics sind. Selbst von Marvel.Heute rufen wir zehn Verfilmungen in unser Gedächtnis zurück, welche die Fans dieses Genres enttäuscht haben und einen hässlichen Schatten auf das berühmte Label geworfen haben.



10. Punisher: WarZone (2008)


Punisher: War Zone“ ist übrigens der erste Filmcomic von Marvel, der von einer Frau gedreht wurde. Als Regisseurin trat Lexi Alexander auf, die für „Hooligans“ verantwortlich war. Der Rächer mit einem weißen Schädel auf der Brust hatte nie Glück auf der Großleinwand. Die Versionen mit Dolph Lundgren und Thomas Jane haben der Urquelle nur den Namen der Hauptfigur und das allgemeine Plot entnommen, im Übrigen waren das ganz gewöhnliche Actionfilme. „War Zone“ sollte mit seinem Kontrast gewinnen und die Fans mit seiner Kanonizität sowie brutalen Morden überwältigen. Leider hat er das Schicksal des neuerlichen „Hellboy“ gehabt: Das breite Publikum schätzte nicht die blutige Attraktion, und bei einem Budget von fünfunddreißig Millionen Dollar konnte der Film mit Mühe nur zehn Millionen einsammeln. Das ist die demütigendste Niederlage in der ganzen Geschichte der Marvel-Verfilmungen. Die Kritiker zerfetzten „Punisher“, auch wenn es nicht ganz verdient war. Ja, „War Zone“ ist ein dummer, geradliniger und offensichtlich ein Trashfilm, aber er entspricht dem Geist von den Comics über Frank Castle wohl sogar besser als die Serie von Netflix. Das ist ein Spektakel, das speziell für seine Fans entwickelt wurde, die Außenstehenden können ruhig vorbeigehen. 


9. Marvel’s Daredevil (2003)


Wenn das Wort „Hype“ noch Anfang der Nuller Jahre in Gebrauch gekommen wäre, könnte man mit Sicherheit behaupten, dass das Studio Fox den Film „Marvel’s Daredevil“ in den Superheldenfilm mit dem meisten Hype verwandelt hätte. In der Hauptrolle ist Ben Affleck, zu jenem Zeitpunkt der Star von „Armageddon“ und „Pearl Harbor“, ein Soundtrack von den MTV-Stars, ein Interview, in welchem die Produzenten einen ganz erwachsenen Blick auf Superhelden versprachen, und als Ergebnis… Als den schlechtesten Filmcomic aller Zeiten kann man „Daredevil“ nicht bezeichnen, aber die Tatsache, dass der verstorbene Stan Lee ihn zu seinen unbeliebten Verfilmungen zählte, sagt schon einiges.


Teilweise liegt der Grund des Misserfolgs nicht darin, dass das Studio den Film gnadenlos geschnitten hat und beinahe den wichtigsten Handlungsstrang und viele Szenen, welche die Figuren zum Vorschein bringen, rausgeschmissen hat. Im Ergebnis hat sich eine nicht komplizierte, aber geschlossene Geschichte zu einer Menge von Episoden verwandelt, die mit der heißen Nadel genäht wurden. Wenn Sie diesen Film aus alter Freundschaft mögen, suchen Sie nach dem Director Cut: Diese Version bessert die sogar für die Nuller Jahre schlechte Grafik nicht aus und rettet nicht vor einer feenhaften Clownerie von Colin Farrell, aber sie deckt wenigstens einige Handlungslücken ab.



8. Hulk (2003)


Man könnte denken, dass Hulk für einen spektakulären Kassenknüller einfach geboren ist. Der Regisseur Ang Lee wollte aber gar keinen einfachen Actionfilm über den grünen Riesen drehen, der gegen Mutanten kämpft und mit Waffen um sich wirft. Er sah in der Geschichte von Bruce Banner ein Potential für eine griechische Tragödie – genauer gesagt für eine „Superheldenoper“, wie er sie selbst bezeichnete. Das Studio Universal vertraute dem mit Oscar ausgezeichneten Regisseur und mischte sich in den kreativen Prozess nicht ein. Obwohl man es doch hätte machen sollen, denn anstatt der bestellten Attraktion drehte Lee den teuersten Independentfilm in der ganzen Filmgeschichte. 

Der entstandene Film leidet genauso wie der Protagonist an einer unheimlichen Persönlichkeitsspaltung. In einem Moment ist es ein dickflüssiges psychologisches Drama, in einem anderen – ein Schwank mit Animationshunden. Dabei ist beides gar nicht deswegen beabsichtigt worden, um den Zuschauer zu unterhalten. Alles ist unheimlich ernsthaft und theatralisch pathetisch. Die Figuren mit steinernen Gesichtern und mit Schmerz in den Augen sprechen seltsame Monologe, das Ganze wird durch eine merkwürdige Montage unterbrochen. Ang Lee beschloss offensichtlich, den Begriff „Filmcomic“ buchstäblich zu interpretieren, deshalb löst sich das Bild ab und zu in Quadrate mit unterschiedlichen Einstellungen auf und wird durch gemalte Effekte ergänzt – unabhängig davon, ob es angebracht ist oder nicht.


Hulk“ ist zweifellos ein einzigartiger Film, aber er wurde für die Zuschauer mit einem sehr spezifischen Geschmack gedreht. Das breite Publikum hat es nicht schätzenlernen können und nicht angenommen, was die Ergebnisse des Projekts auch zeigten: Schon am zweiten Wochenende nach der Premiere versackten die Einspielergebnisse in den USA um die ganzen siebzig Prozent.


7. Blade: Trinity (2004)


Im Grunde genommen muss man „Blade“ für den modernen Boom der Superheroik danken. Die Action, die für relativ bescheidene fünfundvierzig Millionen Dollar gedreht wurde, sammelte über einhundertdreißig Millionen ein und schenkte den Filmchefs den Glauben an die Verfilmung von Comics wieder. Umso mehr trauriger ist es, dass der Vampirjäger seinen Weg mit solch einem eindeutigen Misserfolg endete. 


Trinity“ wurde furchtbar qualvoll geboren, wozu Wesley Snipes viel beigetragen hat. Der Schauspieler erpresste die Produzenten, hatte ständige Auseinandersetzungen mit dem Regisseur, weigerte sich, Stunts zu übernehmen und versäumte die Dreharbeiten, indem er bevorzugte, Marihuana in seinem Trailer zu rauchen. Nicht nur der zickige Star ist aber an dem Misserfolg von „Blade“ schuld: die fratzenhaften Bösewichte, die chaotische und nicht spektakuläre Action, beschämende Dialoge mit armseligen Witzen – all das sind die „Verdienste“ des Regisseurs und Drehbuchautors David Goyer. Leider ist es derselbe Mensch, der dem Zerstörer von Untoten zum Star geholfen hat, diesen aber auch begraben hat. Der finale Teil sammelte viel weniger ein als die vorherigen Teile (obwohl schon der zweite Film das Studio nicht wirklich erfreute), und das Franchise trat seine Reise ins Fernsehen an, um dort seinen Lebensabend zu verbringen. Die Fans könnennur noch aufdas Reboot warten.


6. X-Men Origins: Wolverine (2009)



Bevor fast alle Kritiker der Welt den „Dark Phoenix“ an den Pranger stellten, trug das erste Soloprojekt von Wolverine den Titel des schlechtesten Films im Franchise über X-Men. Man sollte glauben, was könnte hier schiefgehen? Die ganze Vorgeschichte der Figur ist in den Comics wirklich reich an eindrucksvollen und dramatischen Ereignissen – man soll nur das Coolste nehmen und daraus einen Blockbuster mit Hugh Jackman zusammenbasteln. Eigentlich folgte Fox genau dieser Taktik, aber es wurde zu viel des Guten getan: In einen zweistündigen Film hat man versucht, alles Mögliche hineinzustecken, was mit Wolverine überhaupt verbunden ist. Hier sind der Sabretooth, der Major Stryker mit seinen Experimenten, Gambit, das Kameo von Xavier und eine im Galopp angebrachte Liebesgeschichte. Und natürlich Deadpool – wie kann man den talentlosesten Auslauf einer Figur in der Geschichte vergessen? 

Als Ergebnis bekam man einen Brei mit einer zusammenhanglosen Handlung und einer lachhaft hässlichsten Grafik, den man ganz still aus dem Kanon von „X-Men“ ausradiert hat und beschlossen hat, ihn lieber schnell zu vergessen. Anscheinend hat nur Ryan Reynolds es in seiner Erinnerung – der Schauspieler amüsierte sich gerne in den beiden Teilen von „Deadpool“.

5. Ghost Rider: Spirit of Vengeance (2012)


Der erste „Ghost Rider“ hat die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen, aber der Regisseur von dem bereits erwähnten „Daredevil“ schaffte es, einen munteren mystischen Actionfilm zu liefern, wo es eine gewisse Atmosphäre und farbige Figuren in der Aufführung von ausgekochten Schauspielern gab, nämlich von Peter Fonda und Sam Elliott. Das Sequel vertraute das Studio den Autoren des kultigen „Crank“ mit Jason Statham: Mark Neveldine und Brian Tylor. Das Budget wurde gleichzeitig reduziert – das darf man auch nicht übersehen.


Ghost Rider: Spirit of Vengeance“ sieht aus und fühlt sich nicht wie ein großer Studioblockbuster an, sondern wie eine von denen aussichtslosen Basteleien, die heutzutage direkt auf Neflix rausgeschmissen werden und früher auf DVDs herauskamen. Neveldine und Tylor haben versucht, das fade Bild mit ihren Firmengags in der Art von Clipmontage, animierten Einblendungen und Einfügungen vom absurdem Humor zu beleben. Das alles sollteden Filmverrücktermachen. Tatsächlich ging die Verrücktheit ausschließlich von Nicolas Cage aus. Er glänzte am Drehort und übertraf sogar sich selbst. Es lohnt sich, sich diesen Film nur wegen dieser Ein-Mann-Show anzuschauen. Finden Sie die saftigsten Episoden auf YouTube lieber selbst – der ganze „Ghost Rider: Spirit of Vengeance“ kostet Ihre Zeit eben nicht.


4. Elektra (2005)



Elektra war mit Sicherheit nicht die beste Figur desselben „Daredevil“, aber aus irgendeinem Grund beschloss das Studio, gerade ihr einen Ableger zu schenken. Worauf die Filmchefs überhaupt aufbauten, ist immer noch ein Rätsel ohne Antwort. Das Ninjamädchen kennt man heute hauptsächlich durch die Serien von Netflix, und in der Mitte der Nuller Jahre war ihr Name nur den eifrigsten Comicfans bekannt. Nichtsdestoweniger kam das Soloprojekt auf die Leinwand… und begrub die Schauspielerkarriere von Jennifer Garner und gleichzeitig die ganze weibliche Superheroik für die nächsten zwölf Jahre. Nein, die Catwoman hat auch viel getan, aber den Beitrag von Elektra darf man nicht unterschätzen. Der ganze Film ist ein anschaulicher Beweis dafür, dass man selbst die Konfrontation von Zauberer-Ninjas langweilig gestalten kann. Es ist ausreichend, die Geschichte außer Acht zu lassen, die Zeit mit leerem Geplauder und sinnlosem Gewackel der Figuren zu füllen, die Schauspieler auferstandene Puppen spielen zu lassen und die ohnehin seltene Action mit der Montage niederzumetzeln. Es lohnt sich, sich „Elektra“ nur deswegen anzuschauen, um besser zu verstehen, warum die Kritiker mit solch einer Begeisterung die „Wonder Woman“ angenommen haben. 


3. Marvel's Man-Thing (2005)


Horror von Marvel, dazu noch mit der Altersfreigabe R. Sind Sie neugierig geworden? Vergebens. Denn „Marvel's Man-Thing“ ist eine blasse Erinnerung an die düsteren Zeiten, als der Verlag seine Figuren an alle vergab. So kaufte das Unternehmen Artisan Entertainment noch Anfang der Nuller Jahre die Rechte auf alle vier Figuren: Punisher, Black Widow, Iron Fist und denselben Man-Thing – den eigentlichen Doppelgänger von Swamp Thing aus dem DC-Universum. Die Ambitionen waren bei dem Unternehmen irgendwann ganz bescheiden – ein paar billige Actionfilme zum Herauskommen auf DVD schnell zu meißeln. Allerdings gelang es in „Punisher“, John Travolta heranzulocken, deshalb kam der Film auch auf die Großleinwand. Hinterher kam der Horror über das moorige Monster in Produktion. Gerade hier beschloss das Unternehmen aber zu sparen. 

Nach den Aussagen der Beteiligten wurde im ursprünglichen Drehbuch viel Aufmerksamkeit der Entfaltung der Figuren, der Entstehung von Man-Thing und seiner Verbindung mit der indianischen Mythologie gewidmet, aber die Produzenten fingen an, alles wegzuschmeißen, was irgenwelche Kosten außer den ganz minimalen voraussetzte. Letzendlich ist nur ein banaler Slasher über das Übel im Moor dageblieben. Bei den Testvorführungen bekam der Film solche üblen Bewertungen, dass das Studio Angst hatte, ihn in die US-amerikanischen Kinos herauszubringen und hat es stattdessen ins Kabelfernsehen geschmissen. Die anderen Länder hatten weniger Glück: Dort wurde „Marvel's Man-Thing“ in Kinos gezeigt, und jemand gab sogar Geld für die Tickets aus.


2. Howard – Ein tierischer Held (1986)


Es gibt eine gewisse Ironie daran, dass die erste Comigfigur von Marvel, die einen vollwertigen persönlichen Blockbuster bekommen hat, die Ente Howard ist. Überlegen Sie es sich nur: Weder Captain America noch Spiderman, sondern eine sprechende Ente. Und das, als DC bereits mit drei Teilen von „Superman“ angeben konnte. Wer hatte nur solche eine brillante Idee? Sie werden es nicht glauben, aber das war George Lucas. Es stellt sich heraus, dass er noch in den 1970er Jahren ein Fan von Howard war, und nach dem phänomenalen Erfolg von „Star Wars“ bekam er genug Einfluss, um Universal davon zu überzeugen, eine Verfilmung zu entwickeln und dafür die ganzen siebenunddreißig Millionen Dollar bereitzustellen. Zum Vergleich betrug das Produktionsbudget vom ersten „Batman“ zwei Millionen weniger. 


Alles sollte dem Film Erfolg sichern. Das Projekt betreute der Autor der Figur Steve Gerber, die Hauptrolle spielte der Star von „Zurück in die Zukunft“ Lea Thompson. Um die Spezialeffekte kümmerten sich die besten Meister von Lucasfilm – das Ergebnis war aber katastrophal. „Howard“ erlebte eine Riesenblamage in den USA, bekam vier Goldene Himbeeren und eine Nominierung in der Kategorie „Der schlechteste Film des Jahrzehnts“. Die Kritiker bewarfen den Film mit Dreck für seine nicht lustigen Witze, ein armseliges Schauspiel der Darsteller und ein abscheulich gemachtes außerirdisches Monster. Besonders wütend waren sie aber wegen der nicht ganz freundschaftlichen Beziehungen zwischen Howard und dem irdischen Mädchen Beverly. Entschuldigung, aber Zoophilie ist echt übertrieben.   


1. Erwähnenswert


Neben den richtig üblen Verfilmungen von Marvel gibt es auch nicht wenige durchschnittliche. „The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro“ bezeichnen viele Fans als den schlechtesten Film über diese Figur, obwohl Sam Raimi mit ihnen streiten könnte – er sieht den abschließenden Teil seiner Trilogie als einen Misserfolg. „Der letzte Kampf“ und „Apocalypto“ haben irgendwann den Ruf von „X-Men“ ordentlich versaut. Das große Filmuniversum ist auch nicht ohne: „Der unglaubliche Halk“, „Thor – The Dark Kingdom“, „Captain Marvel“ und für einige auch „Black Panther“ sind die Schwächen von MCU. Wir würden in unsere Anti-Top-Liste auch noch gerne „Venom“ einschließen, egal wie heftig die Fans von Tom Hardy ihn verteidigen würden. Leider kann man die Einspielergebnisse in Höhe von achthundertfünfzig Millionen Dollar nicht als verhängsnisvoll bezeichnen.